Samstag, 3. April 2010

Colonia del Sacramento

Endlich habe ich es geschafft, eine Tastatur zu besorgen, mit der man auch Deutsch schreiben kann. Das heißt, hier sind die Buchstaben und Zeichen dort, wo sie hingehören.
Ich bin zeitig wach, meine innere Uhr ist noch nicht umgestellt. Nach einem erstaunlich guten Frühstück im Hotel, gehe ich zum Busbahnhof rüber und kaufe mir ein Ticket nach Colonia. Eigentlich hatte ich vor, mir für meinen Aufenthalt hier einen Mietwagen zu nehmen. Die Vermietstation hat aber erst ab Dienstag wieder Autos im Angebot. So bin ich also erstmal auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen, was aber nicht die schlechteste Variante ist. Die Busse, die hier über Land fahren ("Buquebus")sind sehr moderne Reisebusse, die Fahrt ist also sehr komfortabel und nicht teuer.
Colonia del Sacramento liegt westlich von Montevideo, 180 km entfernt. Die Landschaft sieht zum Teil europäisch aus, nur die Palmen verfremden das Bild. Es gibt sogar "deutsche" Kühe. Ich hatte immer Bilder von argentinischen Rindern im Kopf.

Unterwegs werde ich Zuschauer eines größeren Radrennens (vielleicht eine Art von uruguaischer Friedensfahrt). Ein sehr kompaktes Hauptfeld und nur ein kleine Spitzengruppe. Der Busfahrer hat das Radio an, ich glaube, dass das Rennen gerade live übertragen wird.
Ich steige bei phantastischem Wetter aus. Es ist etwas windig aber angenehm warm.
Colonia del Sacramento wurde 1680 von den Portugiesen als Brückenkopf zum gegenüberliegenden Buenos Aires gegründet.
Im Grunde genommen ist es ein altes Handels- und Schmugglerstädtchen gewesen und war immer wieder Ort der Auseinandersetzungen zwischen Portugal und Spanien in der Rio de la Plata Region.
Den Einfluss beider Mächte sieht man ganz deutlich an den unterschiedlichen Häusern und Straßenpflastern im Barrio Hístorico, das mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört. Es ist herrlich, durch die alten Gaesschen zu laufen, besonders zu dieser Zeit, wo sich die Touristen nicht gegenseitig auf die Fuesse treten. Vernuenftiges Schuhwerk braucht man allerdings. Die Strassenbepflasterung ist mit Sicherheit nichts fuer Stoeckelschuhe. Es gibt wunderschoene kleine Gaerten, kleine Cafes und Laeden. Okay, es ist alles schon sehr touristisch aufgepeppelt, aber sehr dosiert und deshalb auch entspannend. Ich klettere die 118 Stufen zur Spitze des Leuchtturms hoch. Von hier hat man einen guten Ueberblick ueber die kleine Stadt und kann auf der anderen Seite des Rio die Skyline von Buenos Aires erkennen.
Wieder unten, erlebe ich in einem Cafe einen phantastischen Sonnenuntergang, umgeben von tausenden Schmetterlingen und leider auch einer Menge Muecken. Ich besuche danach noch die eine und andere Lokalitaet und bin nach dem Anwenden meiner vorhanden Spanischkenntnisse (was das Bestellen von Getraenken angeht) und ein paar Bieren reif fuer den Rueckweg und fuer mein Bett.

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