Montag, 5. April 2010

Buenos Aires zu Fuß

Manchmal klappt es nicht immer mit dem internet-Zugang. Ich bin deshalb gezwungen, die folgenden Kapitel etwas zeitversetzt zu veröffentlichen.
Ich bin, wie immer früh wach. Frühstück gibt es hier nicht vor halb neun. Also nutze ich die Zeit für eine ausgiebige Dusche und um meine Sachen zu packen. Ich bin tatsächlich der Erste im Frühstücksraum. Das Bufet ist nicht sehr umfangreich, aber ausreichend und lecker. Kaffee gibts genug. Das ist morgens immer wichtig für mich. Ich checke kurz nach 10 aus und starte in einen sonnigen Tag. Der Berufsverkehr ist in vollem Gange, man muss tatsächlich wahnsinnig auf die mehr als schnell fahrenden Busse achten. Ansonsten scheint die Stadt noch zu schlafen. Ich komme wieder an den kleinen Platz, wo gestern abend noch die Tango-Hölle los war. Die Sonne ist schon herrlich warm, ich genehmige mir einen Cappuccino und beobachte die Leute, die den Morgen hier genießen.

Auch um 11 haben die meisten Geschäfte noch geschlossen (ich glaube, richtig Deutsche würden sich hier nicht zurecht finden. Mir gefällt es). Ich laufe durch die gerade erwachende Markthalle und dann im Zick Zack durch die kleinen Straßen zum Plaza Mayo. Hier ist um die Mittagszeit ganz schön was los. Ich verschnaufe ein paar Minuten, um mich für meinen nun folgenden Gewaltmarsch zu rüsten. Ich kann von hier aus schon den Obelisken sehen, der steht auf einem Platz mitten auf der Avenida 9 de Julio, der angeblich breitesten Straße Amerikas.
Die Dimensionen dieser Straßen sind tatsächlich gigantisch. Als ich später dort ankomme, zähle ich sieben Fahrspuren. Nimmt man die unmittelbar angrenzenden Straßen dazu, kommt man auf mindestens 10 und zwar in jede Richtung! Die Entfernungen im Zentrum sind noch ganz gut überschaubar. Ich brauche trotzdem fast drei Stunden bis ich am Parlamentsgebäude angekommen bin, weil ich immer mal wieder einen Abstecher in Seitenstraßen oder durch Fußgängerzonen mache. Und nach einer weiteren kleinen Pause, geht der Marsch auch schon weiter. Ich will hier nicht klagen, auch wenn ich das Gefühl habe, dass meine Sohlen fast durchgelatscht sind. Aber ich denke, eine Stadt spürt man am ehesten, wenn man sie sich "erläuft". Irgendwann entschließe ich mich doch, ein paar Stationen mit der U-Bahn zu fahren.Ich zahle 1,10 Pesos und fahre bis zum Plaza Italia. Hier ist man direkt am Zoo, am Botanischen Garten und an der Grenze zu Soho, einem sehr lustigen Stadtviertel mit kleinen bunten Häusern, jeder Menge Lokalen und wunderbaren Alleebäumen. Ich suche mir ein schönes Plätzchen und genieße erstmal ein kühles Bier. Meinen Füßen tut das sehr gut!

Der Nachmittag neigt sich langsam dem Ende. Ich will heute noch zurück nach Uruguay, habe allerdings keine Ahnung, wann die Fähren starten. Also starte ich, bevor es ganz dunkel ist per Underground und per pedes zurück zum Fährhafen. Leider gibt es heute keine direkte Verbindung mehr nach Montevideo. Aber über Colonia kann ich noch ein ticket bekommen (ist nur eine Stunde Umweg).
Ich bin angenehm ermüdet und sitze kurz nach sieben mit ziemlich vielen Eindrücken in der Fähre, die mich gleich über den Rio de la Plata bringt.

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